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China ist Schwerpunktland

(sourcing_asia 02/03 2010)

Artikel: Thomas Kiefer

Während manche Messeexperten dem SNIEC mit der am 1 Mai eröffneten Weltausstellung, die nur wenige Kilometer entfernt stattfindet, den Untergang prophezeiten, wird das SNIEC weiter ausgebaut und die Infrastruktur modernisiert. In Shanghai sind den Stadtplanern die Unterschiede zwischen Industriemesse und Weltausstellung bewusst. Das Weltaustellungsgelände tritt nicht in Konkurrenz zum SNIEC, die Nachnutzung ist bereits klar. Ausstellungsruinen nach der Beendigung der Weltausstellung soll es dort nicht geben. Die Pavillons werden nach der Weltausstellung weitgehend zurückgebaut, die verbleibenden Gebäude einer anderen Nutzung zugeführt. Das SNIEC bleibt Shanghais Internationales Messezentrum.

Auf der IFAT China, die vom 5.-7. Mai im SNIEC stattfand, stellte Eugen Egetenmeir, Managing Director der Messe München International das Erfolgsrezept der Chinaveranstaltung der Münchner vor und gab einen Ausblick auf die zukünftigen Entwicklungen. „Der Messeausbau des SNIEC geht zügig voran. Wir haben jetzt 12 Hallen und bis zur 2. Jahreshälfte 2010 kommen in der Schlussphase noch 4 neue Hallen hinzu. Dann verfügen wir hier über 200.000 Quadratmeter Hallenfläche und 120.000 Quadratmeter Freifläche. Für die Landnutzung haben wir Verträge bis 2050, so dass die Zukunft gesichert ist.“

Doch auch um das Messegelände tut sich einiges. Eine neue U-Bahnstation direkt an der Messe ging vor kurzen in Betrieb. Gleich dahinter wachsen gleich mehrere moderne Hochäußer in den Himmel. Dort eröffnet demnächst ein Messehotel, moderne Konferenzräume und Büroräume für die Messebranche sind dort im Bau. Aber auch andere Orte in China sind für die Messe München International interessant. „ Hier in Shanghai sind wir mit unseren Leitmessen sehr gut aufgestellt, neue Messen für Shanghai stehen weniger im Fokus unserer Planungen. Doch in China gibt es eine Reihe von Millionenstädten, die bislang in Europa weniger bekannt sind. Dort sind mit dem hohen Wirtschaftswachstum jetzt auch gute internationale Messen von Nöten, dies könnte für uns spannend sein.“

Kooperationen für den Erfolg

Kooperationen sind in China für den längerfristigen Erfolg Voraussetzung, erklärt Egetenmeir. Besonders bei Umweltthemen nehmen die Messen inflationär zu, daher versucht die Regierung Messen zusammenzulegen und den Messemarkt zu regulieren. “Wir haben von vornherein mit den richtigen chinesischen Partnern zusammengearbeitet. Nur so können wir in China erfolgreich sein.

Kooperationen sind wichtig, alleine schon für Messelizenzen, aber auch um die chinesische Fachwelt richtig anzusprechen. Daher können wir jetzt hier bei unseren Veranstaltungen selbständig agieren oder mit selbst gewählten Partnern zusammenarbeiten. Eine staatlich verordnete Zwangsehe mit Konkurrenzveranstaltungen brauchen wir nicht zu fürchten.“

Unter dem Logo der Münchner und ihre Partner fanden so Anfang Mai gleich drei Umweltmessen in Shanghai statt: IFAT China + EPTEE + CWS. Zusammen mit den chinesischen Partnern wird so die Messe für die Fachwelt noch attraktiver. Dies zeigte sich auch an vielen Begleitveranstaltungen und Symposien, die wiederum den praktischen Nutzen der Fachmesse erhöhen. „Besonders bei Umweltthemen setzen wir auf Kooperationen. Unser breites Konferenzprogramm stößt auch auf großes Interesse. Alleine zur Jahrestagung der „Chinese Society for Environmental Siences“ sind hier 1.500 Experten erschienen. Von deutscher Seite bringen das Bundesumweltministerium, das Bayrische Umweltministerium und viele Experten aus Organisationen und Unternehmen ihr Wissen und Kompetenz in die Veranstaltungen mit ein. Dies ist ein richtiger Branchentreff mit einer Bandbreite, die keine andere Messe zum Thema Wasser und Umwelt in China haben dürfte.“

Der internationale Charakter zeigt sich auch bei diesen Begleitveranstaltungen. So führte die Saudi-Arabische Spitzenuniversität KAUST sein „Economic Development International Symposium“ mit internationalen Experten auf der IFAT China durch. Frankreich veranstaltete den „French Eco – Technologies Workshop“, Polen ein B2BMatchmaking, die USA ein Abwassersymposium und Südkorea ein Seminar über Umwelttechnik. Mit den neuen Hallen und Konferenzräumen, die 2011 eröffnen, sind auch die räumliche Voraussetzung zu einer weiteren Professionalisierung und Wachstum gegeben.  14.07.2010 (sourcing_asia 02/03 2010)

 



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