 China
Qualifizierte Logistiker gefragt
(sourcing_asia 02/03 2010)
Artikel: Dr. Thomas Kiefer
Der chinesische Transportsektor erlebt seit den letzten Jahren einen rasanten Modernisierungsschub. Ohne die entsprechenden Landes- und Sprachkenntnisse ist es jedoch auch dort nicht einfach, eine gute Anstellung zu bekommen. Hierfür gibt es zahlreiche Hochschulkooperationen und Lehrangebote.
Die VR China ist mit mehr als 500 Hochschulkooperationen ein Schwerpunktland der deutschen Hochschulzusammenarbeit. Einen hilfreichen Überblick dazu bietet die Internetseite des Deutschen Akademischen Auslandsamts. Dort sind auch zahlreiche Länderinformationen, Erfahrungsberichte und Adressen zu finden. Shanghai und Umgebung ist das chinesische Zentrum für Internationale Unternehmen und für die Hightech-Industrie. Dort sind landesweit die meisten deutschen Unternehmen angesiedelt. Daher ist die Stadt am Yangtse auch das Zentrum für die Logistikausbildung.
Die bedeutendste chinesische Hochschule mit einer ausgeprägten Deutschland-Kooperation ist die renommierte Shanghaier Tongji-Universität. Das 1989 an der Tongji gegründete Chinesisch-Deutsche Hochschulkolleg (CDHK) hat etwa 40 Stifterlehrstühle. Zur Lehre tragen neben den chinesischen Wissenschaftlern, welche fast alle in Deutschland studiert oder promoviert haben, auch mehr als zwei Dutzend deutsche Gastprofessoren mit Blockvorlesungen bei. Auch für deutsche Studierende wird das CDHK immer attraktiver.
Drei Lehrstühle mit Logistikschwerpunkt
Am CDHK gibt es gleich drei Lehrstühle mit dem Schwerpunkt Logistik. „Wir unterhalten zahlreiche Kooperationen mit deutschen Hochschulen. Doch auch Eigeninitiative ist gefragt und oft notwendig, wenn man hier studieren möchte. Interessierte Studenten können sich auch direkt bei uns bewerben“, erklärt Georg Baltes, der am DHL-Lehrstuhl Global Supply Chain Management unterrichtet. „Dabei sollten jedoch die Formalien, wie Anerkennung der Scheine, mit der Universität in Deutschland, von welcher der Student kommt, geklärt werden. Eine Anerkennung der Studienleistungen hier ist grundsätzlich immer möglich, hängt jedoch auch grundsätzlich von dem in Deutschland zuständigen Professor ab. Ich halte beispielsweise in Shanghai mit dem gleichen Lehrbuch und demselben Konzept, wie an der Universität Darmstadt, meine Vorlesung ab.
Daher dürfte ein Vergleich mit den Anforderungen in Deutschland nicht schwer sein.“ Ein Interesse für das Land und die Sprache sollte da sein, rät Baltes. „Zu uns kommen auch Studenten, die bereits in Deutschland etwas Chinesisch gelernt haben. In unseren Rahmenprogrammen bieten wir zudem zusätzliche Sprachkurse an. Die Chinesische Sprache halte ich persönlich nicht für so sehr schwierig, es ist nicht unmöglich neben dem Logistikstudium auch ein wenig Chinesisch sprechen zu lernen. Man kann in der Praxis relativ schnell etwas für den Alltagsgebrauch lernen. Dies erleichtert hier vieles und gibt Einblicke in Bereiche, die einem ansonsten verschlossen wären. Schwieriger ist da schon die Welt der tausenden von verschiedenen chinesischen Schriftzeichen.“
Studenten aus zahlreichen Ländern
Die Vorlesungen sind in der Regel auf Englisch. Hier ist eine große Internationalität bei den Vorlesungsbesuchern, die Studenten kommen aus vielen verschiedenen Ländern. „Wir haben auch Vorlesungen in deutscher Sprache, die oft von Studenten aus Deutschland, der Schweiz, Österreich, aber auch aus den Niederlanden besucht werden. Unser Kolleg zeichnet sich durch eine hohe Internationalität aus, was ja auch besonders für die spätere Arbeit im Bereich Logistik wichtig ist.“...
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14.07.2010 (sourcing_asia 02/03 2010)
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